Ganz schön bunt geht es in der Caritas-Werkstatt in Oranienburg zu. Wohin man auch blickt, überall hängen und liegen schimmernde Folien in den unterschiedlichsten Tönen. Ein wahrlich farbenfroher Arbeitsplatz für die rund 60 Angestellten, die hier konzentriert ihrer Beschäftigung nachgehen. Ihre Aufgabe: die Fertigung von Werbemitteln für ORAFOL. Christoph Lau leitet die Caritas-Werkstatt. Er sagt: „Anders als in klassischen Wirtschaftsunternehmen steht bei uns nicht allein die Effizienz der Fertigung im Vordergrund. Das gefertigte Produkt ist ein wichtiger Teil des Mehrwerts unserer Arbeit. Ebenso wichtig ist jedoch die Einbeziehung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Arbeitsprozess. Beide Aufgaben stehen für den Auftrag der Werkstatt und müssen immer wieder ausbalanciert werden. Effizienz im Sinne der Werkstatt ist es eben nicht, Personal einzusparen, sondern möglichst viele Menschen in geeigneter Form an der Arbeit zu beteiligen.“ Die Werkstattbeschäftigten bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit. Der Auftrag von ORAFOL passt dazu, denn er umfasst eine große Bandbreite an Tätigkeiten.
Der Mensch zählt: 30 Jahre ORAFOL & Caritas-Werkstatt Oranienburg
Farben, Oberflächen, Materialien – Produkte von ORAFOL muss man sehen und fühlen können. Die Caritas-Werkstatt Oranienburg fertigt dafür mit viel Leidenschaft Werbemittel für ORAFOL-Kunden auf der ganzen Welt. Die Zusammenarbeit mit der Caritas schafft seit über 30 Jahren nicht nur Produkte, sondern auch sinnstiftende Arbeit und Teilhabe.
Mehr als nur Muster
In der Werbemittelfertigung herrscht Manufaktur-Atmosphäre. Aus großen Rollen mit Folien entstehen Farbfächer, Kataloge, Wandtafeln und Musterkarten für Präsentationen auf der ganzen Welt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schneiden Materialien zu, stanzen und bedrucken sie im Siebdruck, kaschieren Farbstreifen auf Trägermaterial und kleben sie sorgfältig in Kataloge ein.
Doch wie passt diese Handarbeit in unsere heutige Zeit, wo bei industriellen Prozessen die Effizienz im Vordergrund steht? „Unsere Produkte sprechen die Sinne an – man muss sie sehen und anfassen können“, betont Elke Beune, Director Global Corporate Communications, Brand and Public Affairs bei ORAFOL. „Farbe, Beschaffenheit, Glanzgrad oder Dehnbarkeit lassen sich nicht digital vermitteln.“ Gerade für Verarbeiter und Kunden sei die haptische Erfahrung entscheidend, um die richtige Wahl zu treffen: „Um sicher zu sein, welche Farbe und Folie die richtige ist, braucht es ein Muster.“ Deshalb verschickt ORAFOL weltweit große Mengen an Farbfächern und Musterkarten.
„Bei der Zusammenarbeit mit ORAFOL geht es für mich im Kern um sinnvolle Arbeit, Anerkennung, und das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein.“
Qualität, die man spürt
Damit diese Werbemittel in gleichbleibend hoher Qualität entstehen, arbeitet ORAFOL seit Jahrzehnten mit zuverlässigen Partnern zusammen. Die Caritas-Werkstatt ist dabei ein besonderer: „Sie ist der erfahrenste Partner von ORAFOL in diesem Bereich – und seit 30 Jahren, im Prinzip seit ihrer Gründung mit an Bord. Ich sehe sie als einen externen Teil unserer Unternehmenskommunikation“, sagt Elke Beune.
Die Zusammenarbeit ist eng – und gewachsen. Melanie Vogler, Communications Manager bei ORAFOL und verantwortlich für den Werbemitteleinkauf, steht in direktem Austausch mit der Werkstatt: „Ich gebe in regelmäßigen Abständen unsere Bestellungen bei der Caritas auf. Wir sind fast täglich in Kontakt.“ Diese enge Abstimmung ist notwendig, denn die Anforderungen sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Vielfalt der Produkte wächst, die Stückzahlen steigen – und damit auch die Komplexität der Prozesse.
Gemeinsam Lösungen entwickeln
Entstehen neue Produkte oder Anforderungen, erarbeiten die Betriebsleiter der Caritas Werkstatt in ihren Teams die passenden Produktionslösungen und stimmen diese mit ORAFOL ab. „Dafür erstellen wir Arbeitsproben und Muster, teilweise fertigen wir sogar Sondermaschinen oder Prototypen, die wir speziell für einzelne Arbeitsschritte konzipieren“, sagt Christoph Lau.
Die Zahl der Werbemittel nahm in den vergangenen Jahren stetig zu. Für das Premiumprodukt ORACAL 970 Premium Wrapping Cast werden jährlich hunderte Farbfächer bei der Caritas in Oranienburg produziert. Weil die Nachfrage kontinuierlich - parallel zum Unternehmenswachstum - ansteigt, sucht ORAFOL nicht einfach neue Lieferanten, sondern erarbeitet gemeinsam mit der Caritas Lösungen. Elke Beune erklärt: „Wir setzen uns zusammen, schauen uns die Kapazitäten an und entscheiden, welche Serien die Werkstatt fertigt.“ Ein entscheidender Faktor für die Zusammenarbeit ist die Qualität. Gerade die handwerkliche Fertigung spielt dabei eine wichtige Rolle.
Zusammenarbeit weiterdenken
„In persönlichen Meetings im vierwöchigen Turnus suchen wir gemeinsam Möglichkeiten, um die Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. Dabei ist uns klar, dass wir über Manufakturarbeit sprechen – und dass es auch Grenzen gibt.“ Melanie Vogler, Communications Manager und Ansprechpartnerin der Caritas bei ORAFOL.
Der Mensch zählt
Trotz aller industriellen Anforderungen bleibt der soziale Auftrag der Werkstatt zentral. „Das ist für uns ein ständiger Balanceakt“, betont Christoph Lau. „Einerseits müssen wir den steigenden Mengen- und Leistungsanforderungen gerecht werden. Gleichzeitig dürfen wir unseren eigentlichen Auftrag nicht aus den Augen verlieren: Menschen mit Behinderung aktiv am Arbeitsprozess zu beteiligen.“ Für ihn ist die Zusammenarbeit mit ORAFOL deshalb ein Glücksfall und wirkt weit über das fertige Produkt hinaus. In jedem Musterfächer, jeder Farbkarte und jedem Katalog steckt für ihn auch etwas anderes: das Engagement, der Stolz und die Identifikation der Menschen, die daran gearbeitet haben. „Beim Tag der offenen Tür wurde einer unserer Beschäftigten gefragt, was er macht“, erzählt Lau. „Er antwortete: ‚Ich bin Facharbeiter bei ORAFOL!‘ Das berührt mich noch immer.“ Für Lau zeigt dieses Beispiel, worum es im Kern geht: sinnvolle Arbeit, Anerkennung – und das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. O