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ORAFOL & HENKEL: 1.300 Tonnen weniger CO₂

Nachhaltigkeit entsteht nicht immer durch große Investitionen oder neue Produktionsanlagen. Manchmal genügt es, an der richtigen Stelle einen einzelnen Rohstoff zu ersetzen. Gemeinsam mit seinem langjährigen Partner Henkel stellt ORAFOL einen Teil seiner Klebstoffe auf eine Bio-Variante um. Qualität, Verarbeitung und Produkteigenschaften bleiben unverändert – die CO₂-Bilanz verbessert sich dagegen deutlich!

FOLIEN VON ORAFOL BEGEGNEN UNS IM ALLTAG STÄNDIG – ZUM BEISPIEL AUF FLUGZEUGEN.

Ob auf Fahrzeugen, Schildern, in der Werbetechnik, auf Etiketten oder in industriellen Anwendungen – Folien von ORAFOL begegnen uns im Alltag ständig. Je nach Einsatzgebiet benötigen viele dieser Folien einen leistungsfähigen Klebstoff. Diesen bezieht ORAFOL unter anderem vom langjährigen Partner Henkel, einem der weltweit führenden Anbieter von Klebstofflösungen.

Im Frühjahr 2026 verändert sich bei einem Teil dieser Klebstoffe etwas – etwas, das Kunden nicht sehen, das in der Verarbeitung keinen Unterschied macht und die Qualität der Produkte nicht beeinflusst. Trotzdem spart diese kleine Veränderung künftig rund 1.300 Tonnen CO₂ pro Jahr ein. Der Schlüssel dazu liegt in einem einzigen Stoff: Ethylacetat.

ETHYLACETAT SORGT FÜR DIE RICHTIGE KONSISTENZ DES KLEBSTOFFS UND ERMÖGLICHT EINEN GLEICHMÄSSIGEN AUFTRAG.

Ein Stoff mit wichtiger Aufgabe

Ethylacetat steckt in lösemittelhaltigen Klebstoffen – genauer in lösemittelbasierten Acrylatklebstoffen, wie sie für Haftklebstoffe auf Folien, Klebebändern und Etiketten verwendet werden. Das Lösungsmittel bringt die festen Klebstoffbestandteile in eine verarbeitbare, flüssige Form, damit sie sich gleichmäßig auf das Trägermaterial auftragen lassen. Nach dem Beschichten verdampft das Ethylacetat wieder vollständig – im fertigen Produkt bleibt davon nichts zurück.

Genau darin liegt jedoch auch der Hebel für die Klimabilanz. Die verdampften Lösungsmittel wandern zum Heizen nämlich in die Trockenanlage. Stammt das Ethylacetat aus fossilen Rohstoffen, entstehen dabei CO₂-Emissionen. Weil Ethylacetat einen wesentlichen Anteil der Klebstoffformulierung ausmacht, hat seine Herkunft einen entsprechend großen Einfluss auf die Klimabilanz.

„Wir konnten die Klebstoffformulierung ohne größere Anpassung umstellen. Das ist eher selten und macht die Maßnahme besonders wirksam."

SEIT 2026 BEZIEHT ORAFOL AUCH KLEBSTOFFE AUF BASIS VON BIO-ETHYLACETAT. IM FOTO: RONNY KARBE, MITARBEITER KLEBSTOFFANSATZ.

Vom neuen Rohstoff zur konkreten Anwendung

Aus diesem Grund hat Henkel eine biobasierte Alternative entwickelt und ORAFOL als einen der ersten Kunden gezielt auf den neuen Rohstoff angesprochen. Seit Anfang dieses Jahres bezieht ORAFOL für einen Teil seiner Anwendungen Klebstoffe auf Basis von Bio-Ethylacetat.

Wie besonders diese Umstellung ist, weiß Tony Ritter genau. Er ist seit Mitte 2023 im operativen Einkauf bei ORAFOL tätig und dort unter anderem für die Warengruppe Klebstoffe zuständig: „Normalerweise sind Änderungen an Klebstoffformulierungen sehr aufwendig. Hier war es jedoch möglich, ohne größere Anpassungen auf eine nachhaltigere Variante umzustellen. Das ist eher selten und macht die Maßnahme besonders wirksam.“

DIE HENKEL PRODUKTENTWICKLUNG ARBEITET AN NACHHALTIGEREN KLEBSTOFFLÖSUNGEN.

Gleiche Chemie, andere Rohstoffbasis

Möglich wird das, weil sich am Klebstoff selbst praktisch nichts ändert. Bio-Ethylacetat ist chemisch identisch mit der fossilen Variante: gleiche Eigenschaften, gleiche Reinheit, gleiche Verarbeitung.
Der einzige Unterschied liegt in der Rohstoffbasis: Anstelle von Erdöl werden nachwachsende Rohstoffe eingesetzt, die nicht in Konkurrenz zu Lebens- oder Futtermitteln stehen.
Diese Rohstoffe entziehen während ihres Wachstums der Atmosphäre CO2 in gleicher Menge, wie sie später im Trocknungsprozess freigesetzt wird. Daher ist dieser Vorgang als emissionsneutral zu betrachten.
„Ein wesentlicher Anteil des formulierten Klebstoffs besteht aus Ethylacetat. Entsprechend groß ist der Hebel, wenn man diesen Rohstoff nachhaltiger gestalten kann“, erklärt Michael Schürmann, Senior Key Account Manager bei Henkel. „Besonders reizvoll ist die Möglichkeit, in einem technologisch sehr reifen Markt eine echte Innovation umzusetzen. Die Produkteigenschaften bleiben unverändert, gleichzeitig verbessert sich die Nachhaltigkeitsbilanz spürbar.“

„Ein wesentlicher Anteil des formulierten Klebstoffs besteht aus Ethylacetat. Entsprechend groß ist der Hebel, wenn man diesen Rohstoff nachhaltiger gestalten kann.

Die Zusammenarbeit mit ORAFOL besteht seit vielen Jahren und ist von einem engen und vertrauensvollen Austausch geprägt.“

DIE QUALITÄT UND VERARBEITUNG DER PRODUKTE MÜSSEN BEIM AUSTAUSCH EINES ROHSTOFFS UNVERÄNDERT BLEIBEN.

Was diese Umstellung besonders macht

Der Austausch eines einzelnen Rohstoffs klingt zunächst unkompliziert. In der Praxis sind Änderungen an Klebstoffformulierungen jedoch meist mit umfangreichen Prüfungen verbunden. Qualität und Verarbeitung müssen unverändert bleiben, Kundenanforderungen erfüllt und Produktionsprozesse abgesichert werden.
Bei Bio-Ethylacetat ist es anders: Es ist nicht nötig, Produktion oder Verarbeitung anzupassen. Auch in der Anwendung und bei der Qualität zeigen sich keine Unterschiede. Ein ausgetauschter
Rohstoff – der Rest bleibt, wie er war.
Jetzt beginnt die eigentliche Umsetzung. Die Techniker lassen die Materialien kontrolliert auslaufen und stellen gleichzeitig die Verfügbarkeit der neuen Variante sicher, damit die Produktion jederzeit zuverlässig weiterläuft.

Kleiner Unterschied, große Wirkung

Im Januar 2026 ist die Umstellung vollständig abgeschlossen. Rund 1.300 Tonnen CO₂ spart ORAFOL dadurch künftig jährlich ein – ganz ohne neue Anlagen, ohne veränderte Prozesse und ohne Kompromisse bei der Qualität. Manchmal steckt der größte Hebel für mehr Nachhaltigkeit nicht in einer großen Investition, sondern im kleinsten Baustein der Wertschöpfungskette – dem Rohstoff.

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