EN ISO 20471 ersetzt EN 471

Was ist EN ISO 20471?

EN ISO 20471 für hochsichtbare Warnkleidung ist die Neufassung der bislang gültigen europäischen Norm EN 471. Gemäß Richtlinie 89/686/EWG ist durch diese Norm der Schutz von Personen, die direkt auf der Straße oder am Straßenrand Arbeiten verrichten, gesetzlich vorgeschrieben. Die Standards werden anhand von Risikobewertungen für diese Personengruppen festgelegt und definieren die Mindestanforderungen an hochsichtbare Warnkleidung, die das Erkennen der Anwesenheit von Personen ermöglicht, sowie die Prüfverfahren und Leistungsanforderungen an PSA für Situationen mit hohem Gefahrenpotential.

Was bedeutet das?

EN ISO 20471:2013 stellt die jüngste Überarbeitung der Norm dar und definiert den aktuell einzuhaltenden Standard. Alle EN-Normen werden – sofern dies erforderlich scheint – im Abstand von fünf Jahren überarbeitet. Die Norm EN 471 wurde erstmalig 1994 veröffentlicht. Seit diesem Zeitpunkt hat das European Technical Committee mehrere Änderungen der Norm eingefordert. Anlass für diese Aktualisierungen waren Anfragen von Prüfinstituten und Ausschussmitgliedern, die vor allem Änderungen in Bezug auf eine größere Designfreiheit betroffen haben. Nach ihrer Überarbeitung wurde die neue Norm im April 2004 offiziell eingeführt. Die Bezeichnung für die aktuelle Fassung der Norm EN 471 mit allen Ergänzungen und Änderungen lautet EN ISO 20471:2013.  

Welche Anforderungen werden in der Norm gestellt?

Die Leistungsanforderungen der Norm betreffen Materialfarben und Retroreflexion sowie die Platzierung und einzunehmende Mindestfläche der Materialien auf der Warnschutzkleidung.

Basierend auf drei unterschiedlichen Mindestflächen für retroreflektierendes Material, fluoreszierendes Material und/oder Material mit kombinierten Eigenschaften werden drei Bekleidungsklassen definiert.  Jede dieser drei Klassen bietet ein unterschiedliches Auffälligkeitsniveau, wobei Klasse 3 den höchsten Sichtbarkeitsgrad gegen die meisten im städtischen und ländlichen Umfeld anzutreffenden Hintergründe bei Tageslicht wie auch bei Nacht darstellt.

Anwender sollten die erforderliche Leistungsklasse anhand einer Risikobewertung des Ortes/der Situation auswählen, die den Schutz durch Kleidung nach dieser internationalen Norm erfordert.

Klasse 2: Mittlere Schutzstufe
(Ärmellose Westen, Überwürfe, Latzhosen)
0,5 m2 fluoreszierendes Material / 0,13 m2 retroreflektierendes Material

Klasse 3: Höchste Schutzstufe
(Mäntel und Jacken mit Ärmeln,  Overalls, zweiteilige Anzüge)
0,8 m2 fluoreszierendes Material / 0,2 m2 retroreflektierendes Material

In der Norm werden bestimmte Anforderungen für Gebrauchsprüfverfahren festgelegt.

Helligkeit retroreflektierender Materialien nach Beanspruchung durch:

  • Regen  
  • Temperaturwechsel
  • Abrieb  
  • Falten bei niedrigen Temperaturen  
  • Dauerknicken
  • Waschen
  • Chemischreinigung (falls zutreffend)

Fluoreszierende Materialien:

  • UV-Belastung
  • Maßbeständigkeit
  • Wasserdampfdurchgangswiderstand
  • Farbechtheit
  • Mechanische Eigenschaften